Es wurden verschiedene Verfahren geprüft, um Herbsthimbeeren in einer Containerkultur mehrfach beernten zu können. Jede Kultur begann mit der Pflanzung von Topfgrünpflanzen Anfang April und einer ersten Ernte im Herbst desselben Jahres (Primocaneernte). Im zweiten Jahr wurden folgende Verfahren getestet: Mow Down (kompletter Rückschnitt, nur Primocaneernte); Cut Back (Rückschnitt des abgetragenen Teils der Altrute, nur Floricaneernte) sowie Cut back & Grow through (Kombination beider Verfahren, Floricane- und Primocaneernte). Wird das Ziel verfolgt mit Herbsthimbeeren einen frühen Ertrag mit Erntebeginn Anfang Juni zu erreichen, so ist das Verfahren Cut back das Mittel der Wahl. Wichtig ist, eine Sorte zu wählen, die im Vorjahr nicht zu stark zurückblüht, sodass noch ausreichend lange Floricanes vorhanden sind. Grundsätzlich eignen sich dafür die getesteten Sorten 'Kwanza', 'Malling Bella', 'Nobility' und 'Optima'. Je nach Wetterlage, Pflanzmaterial und Kulturführung bilden aber auch diese Sorten nicht immer ausreichend lange Ruten. Die Eignung für ein Cut-Back muss daher im Einzelfall geprüft werden. Mit dem Verfahren Mow-Down begann die Ernte erst im Juli. Die beiden neuen Sorten 'Nobility' und 'Malling Bella' wurden in diesem Verfahren geprüft und erscheinen grundsätzlich geeignet. Wenn über einen möglichst langen Zeitraum Himbeeren vermarktet werden sollen, eignet sich das Verfahren Cut Back & Grow through. Der Erntezeitraum ist bei diesem Verfahren am längsten, da Floricanes und Primocanes an einer Pflanze beerntet werden. Der Gesamtertrag war aber nicht höher als bei einer einzelnen Primocane-Ernte. Cut Back & Grow through ist ein relativ arbeitsintensives Verfahren.





